4 BEISPIELE FÜR BETRIEBLICHES GESUNDHEITSMANAGEMENT

Beispiele für gelungenes Gesundheitsmanagement in Unternehmen

Gesund bleiben, sich fit fühlen und die Arbeitszufriedenheit steigern – Arbeitgeber haben nach § 20 SGB V die Möglichkeit, jährlich steuer- und sozialversicherungsfrei bis zu 500 Euro pro Mitarbeiter für einen zertifizierten Gesundheitskurs, die Teilnahme an einem Personal-Training oder einer Präventionsmaßnahme einzusetzen. Ob Rückenschule, Raucherentwöhnung, Ergonomieschulung am Arbeitsplatz, Stressmanagement für Führungskräfte oder ein Fahrsicherheitstraining im Firmenfahrzeug – im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements sind eine Vielzahl von Maßnahmen förderungsfähig. Wir stellen Ihnen vier erfolgreiche Praxisbeispiele vor:

Rückenschule und neue Ausstattung zur Reduzierung von Belastungen des Stütz- und Bewegungsapparats bei der Katjes Bonbon GmbH & Co. KG

Bei der Katjes Bonbon GmbH & Co. KG in Potsdam-Babelsberg wird bei der Bonbonproduktion harte körperliche Arbeit geleistet. Hier werden vorwiegend in Handarbeit und Zweischichtbetrieb Lakritzbonbons, Erfrischungsbonbons und Fruchtbonbons produziert.

Viele der 56-köpfigen Belegschaft waren früher langzeitarbeitslos. Etwa 70 % der Beschäftigten sind über 50 Jahre alt.

Nachdem eine Fehlzeitenanalyse ergab, dass der Krankenstand aufgrund von Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat signifikant zunahm, ging die Unternehmensleitung auf die AOK Brandenburg zu und bat um Unterstützung.

Damit stieß sie zugleich den Prozess zur Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements an.

Die AOK Brandenburg führte im Potsdamer Katjes-Werk durch Präventionsexperten eine Arbeitsplatzbegehung durch und analysierte die Arbeits- und Bewegungsabläufe der Mitarbeiter. Besonders belastende Arbeitspositionen, sich ergebende Fehl- und Zwangshaltungen dokumentierten die Fachleute fotografisch. Sie analysierten die Intensität und Dauer der resultierenden Belastungen, erstellten dazu einen Bericht und gaben auf Grundlage von Ergebnissen aus ergonomischen Studien Empfehlungen ab, wie eine gute medizinische Trainingstherapie aussehen könnte. Ihr Bericht wurde der Werksleitung, der Personalabteilung und dem Betriebsrat übergeben. Gemeinsam wurde beschlossen zur Verringerung der Belastung der Arbeitskräfte eine neue Misch- und Dosieranlage, neue Atemschutzmasken und Einlegesohlen mit Spezialdämpfung, anzuschaffen. Die bisher verwendeten Transportkisten wurden durch handlichere Exemplare ersetzt . In einer arbeitsplatzbezogenen Rückenschule lernten die Beschäftigten, welche Ursachen Rückenbeschwerden haben können und wie sie durch rückengerechte Körperhaltung, wirksame Kräftigungs-, Ausgleichs- und Entspannungsübungen gegensteuern, um Fehlhaltungen zu vermeiden.

Mehr aktive Pausen mit Therabändern bei der Burda Direct GmbH Dessau-Roßlau

Bei der Burda Direct GmbH in Dessau-Roßlau sind 24 Vertiebsmitarbeiter in einem Callcenter für das Unternehmen tätig. Weil die Burda Direct GmbH das betriebliche Gesundheitsmanagement als zentralen Produktivitäts- und Wettbewerbsfaktor erkannte, begann sie Ende 2009, mit einer Projektgruppe Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung am Standort zu implementieren. Die Maßnahmen sollten betriebsindividuell zugeschnitten sein und neben der Gesundheit, der Motivation und der Lebensqualität des Personals auch das Betriebsergebnis verbessern.

Die Maßnahmen wurden zunächst auf Grundlage einer Auswertung der jährlichen Krankenstandsdaten der Branche in Sachsen-Anhalt entwickelt. Parallel wurde die Fehlzeitenanalyse durch eine anonyme Mitarbeiterbefragung ergänzt und eine Arbeitsplatzbegehung sowie Kurzinterviews durchgeführt. Rückenschmerzen (36,4 %), Verspannungen oder Verkrampfungen (27,3 %) durch das monotone Sitzen bei der Bildschirmarbeit wurden als häufigste gesundheitliche Beschwerden erkannt.

Was mit der Durchführung eines Gesundheitstag und Gesundheits-Checks wie einem Sehtest, individuellen Stresstests und Wirbelsäulengymnastik begann, wurde im weiteren Verlauf durch insgesamt acht arbeitsplatzbezogene Rückenschulen unter Anleitung von Bewegungsfachkräften fortgesetzt. Präventive und eigenständig durchgeführte Aktivpausen, bei denen gezielt bunte Therabänder für Kräftigungs- und Dehnübungen zum Einsatz kommen, gehören seither zum Arbeitsalltag. Die Eigenverantwortung der Beschäftigten für ihre Gesundheit konnte gestärkt und die einseitigen Belastungen minimiert werden. Nicht verwunderlich, dass das Feedback durchweg positiv ausfiel: 85 % aller Beschäftigten fanden die Projektmaßnahmen gut, 95 % betrachteten die arbeitsplatzbezogene Rückenschule als nutzbringend für die Erhaltung der eigenen Gesundheit und 88 % wünschten sich eine Fortsetzung der Gesundheitsmaßnahme.

Fitness, die Kreise zieht, bei der Hörmann KG

Die Hörmann KG stellt in Freisen im Saarland Stahltüren her. Das Unternehmen wollte die krankheitsbedingten Fehlzeiten nachhaltig reduzieren, den Gesundheitszustand der Belegschaft verbessern und kontaktierte daher die AOK Saarland. Im Rahmen der Zusammenarbeit wurde schließlich eine Mitarbeiterin zur IHK-geprüften innerbetrieblichen Gesundheitsmanagerin ausgebildet und durch die begeisterte Partizipation des Personals das Thema Gesundheit als Arbeitgebermarke der Hörmann KG etabliert.

Frühzeitig wurden die Beschäftigten in die Pläne für ein Gesundheitsangebot eingebunden. Mit Gesundheitstagen sollten die Mitarbeiter für das Thema Gesundheit sensibilisiert werden. Bei einem firmeninternen Gesundheitsevent konnten die Mitarbeiter Laufanalysen und einen Rückencheck durchführen. An den Arbeitsplätzen wurden Haltungs- und Bewegungschecks und individuelle Ergonomieschulungen durchgeführt, deren Ziel es war, die Belastung des Muskel-Skelett-Apparates der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauerhaft zu reduzieren.

Auch das Angebot der Kantine wurde im Rahmen der Maßnahme nach der Durchführung einer Ernährungsberatung um gesunde Gerichte erweitert. Auch weil alle Führungskräfte als Vorbilder immer aktiv blieben, war die Kooperation mit der AOK erfolgreich und hinterließ nachhaltige Spuren im Unternehmen.

Die Hörmann KG hat einen Gesundheitszirkel gegründet, bei dem Belastungen und Stresszustände analysiert und Entspannungsmethoden geübt werden. Außerdem formierte sich eine Hörmann-Turngruppe und viele Teilnehmer eines Abnehm- und Bewegungsprogramms setzten gemeinsam das Joggen fort, noch nachdem sie erfolgreich Pfunde verloren hatten.

Wachsende Arbeitszufriedenheit bei hospitierenden Führungskräften

In der StädteRegion Aachen werden im Personalentwicklungsprogramm PEP seit 2013 Führungskräfte unterschiedlicher Karrierestufen zielgruppenspezifisch durch Seminare, Hospitationen und Projektarbeit auf dem Weg zu guter Führung begleitet.

Führungskräfte mit viel Erfahrung werden ebenso spezifische Weiterbildungsprogramme angeboten wie auch Nachwuchsführungskräften aus dem mittleren Management. Ziel ist es, ihre sozialen und kommunikativen Kompetenzen zu stärken und Fähigkeiten in der Netzwerkarbeit auszubauen. Gerade Führungskräfte des mittleren Managements standen im Fokus der Maßnahme. Sie befinden sich in der klassischen „Sandwichposition“. Einerseits den Vorgesetzten verpflichtet, stehen sie gleichzeitig in engstem Kontakt zu allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Achtsames Führen, Selbstorganisation, lösungsorientierte Kommunikation und eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Person waren darum die Kernbestandteile der Module. Schwerpunkt von PEP sind Hospitationen, bei denen die Führungskräfte drei Arbeitstage außerhalb der Verwaltung verbringen. Die Organisation, in der sie hospitieren, dürfen sie frei wählen. Das fördert ihre Eigenaktivität, die Selbstorganisation und den Perspektivwechsel. Es profitieren vor allem Mitarbeitende, die unmittelbar nach der Schule in die Verwaltungstätigkeit eingestiegen sind und daher wenige Erfahrung in anderen Bereichen mitbringen. In einem freien Journalistenbüro konnte ein Mitarbeiter lernen, wie es aussieht, wenn Beschäftigte in prekäreren Jobs arbeiten als bei der Verwaltung. Ein anderer Verwaltungsangestellter erlebte den enormen Teamzusammenhalt bei der Feuerwehr. Die Anregungen, die die Mitarbeiter von ihren Hospitationen zurückbringen, wirken unmittelbar auf die bekannten Arbeitsprozesse und – strukturen zurück. Die Erkenntnis, dass sie mit ihrer Tätigkeit vergleichsweise sehr zufrieden sein können, steigerte die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten.


Quellen:

https://www.aok-business.de/gesundheit/praxisbeispiele/katjes-bonbon-gmbh-co-kg-bewegungsablaeufe-analysiert
https://www.aok-business.de/gesundheit/praxisbeispiele/burda-direkt-services-gmbh
https://www.aok-business.de/gesundheit/praxisbeispiele/hoermann-kg
http://psyga.info/index.php?id=277

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Beispiele für steuerfreie Sachbezügefaktoren der arbeitszufriedenheit