STEUERLICHE VORTEILE VON FIRMENFITNESS

Keine Steuer- und Beitragsfreiheit für Fitnessstudiobeiträge

Viele Unternehmen haben Sorge, dass eine für die Mitarbeiter gebuchte Firmenfitnessmitgliedschaftspaket zum Teil lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig ist und fühlen sich daher gehemmt, eine solche abzuschließen. Insbesondere die in vielen Modellen enthaltenen Fitnessstudiobeiträge fallen regelmäßig aus der Steuerfreiheit heraus. Nach § 3 Nr. 34 des Einkommensteuergesetzes gelten nur die Leistungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer als von der Steuer befreit, die den Anforderungen der §§ 20 und 20a des Sozialgesetzbuch V genügen und den Freibetrag von 500 € pro Mitarbeiter und Jahr nicht übersteigen.

Sportvereins- und Fitnessstudiobeiträge, die vom Arbeitgeber übernommen wurden, sind grundsätzlich nicht begünstigt und fallen aus der Steuerfreiheit heraus. Dieser Bestandteil der Firmenfitnessmitgliedschaftspakete ist folglich lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Denkbar wäre aber, dass die Fitnessstudio-Beiträge unter den Sachbezugsfreibetrag von 44 Euro (§ 8 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes) fallen könnte.

Das Finanzgericht schafft Abhilfe

Ein kürzlich ergangenes Urteil des Finanzgesichts Niedersachsen vom 13. März 2018 (Aktenzeichen: 14 K 204/16) hat sich genau dieser Problematik angenommen und zugunsten des klagenden Unternehmers entschieden. Dieser hatte für seine Mitarbeiter ein Firmenfitnessmitgliedschaftspaket abgeschlossen, welche auch die Nutzung der Fitness- und Wellnessstudios beinhaltete. Dabei berechnete der Unternehmer die Beiträge pro Monat und Mitarbeiter derart, dass der 44 Euro übersteigenden Beitrag von den Mitarbeitern als Eigenanteil für die Nutzung der Mitgliedschaft bezahlt wurde und der Freibetrag von 44 Euro folglich nicht überstiegen wurde. Die Mitgliedschaft konnte von Seiten der Mitarbeiter jederzeit monatlich beendet und wieder aufgenommen werden.

Die Finanzverwaltung nahm nach einer Lohnsteueraußenprüfung an, dass der monatliche Freibetrag von 44 Euro dahingehend überschritten sei, dass der Unternehmer sich jährlich an die Firmenfitnessmitgliedschaft band und der deswegen zu zahlende Jahresbeitrag den Freibetrag von 44 Euro deutlich übersteige. Die freiwilligen Sachleistungen an die Mitarbeiter würden diesen also einmal jährlich zufließen und nicht wie vom Unternehmer angenommen monatlich. Auf den monatlichen Eigenanteil käme es der Finanzverwaltung dabei nicht an.

Gegen den Nachforderungsbescheid zur Lohnsteuer reichte der Unternehmer Klage ein. Das Finanzgericht folgte dem Unternehmer und begründete, dass jeder Arbeitnehmer keine über einen Monat hinausgehende Nutzungsbefugnis des Fitnessangebots habe, da der Arbeitgeber/Unternehmer diese jederzeit dem Arbeitnehmer entziehen könne. Ein jährlicher Zufluss der Leistung an die Mitarbeiter läge daher nicht vor.

(Gegen dieses Urteil wurde von der Finanzverwaltung Revision beim Bundesfinanzhof eingereicht; Aktenzeichen: VI R 14/18.)

Steuerfreiheit von Sachzuwendungen unter 44 Euro

Somit kann der Anteil eines Firmenfitnessmitgliedschaftspaketes, der auf die Nutzung von Fitnessstudios entfällt, unter den Freibetrag für Sachbezüge fallen, wenn dieser monatlich pro Mitarbeiter 44 Euro nicht übersteigt. Es ist unschädlich, wenn der Mitarbeiter den dem Freibetrag übersteigenden Anteil als Eigenanteil für die Mitgliedschaft übernimmt. Auch die jährliche Vertragsbindung des Unternehmers mit dem Anbieter führt nicht dazu, dass der monatliche Freibetrag überschritten wird. Sofern die zusätzlichen, freiwilligen Leistungen des Arbeitgebers steuerfrei sind, sind sie auch sozialversicherungsbeitragsfrei.

Einer steuerfreien Firmenfitnessmitgliedschaft steht somit nach heutiger Rechtslage nichts im Wege.

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