DEPRESSIONEN: SPORT HILFT BEI DER VORBEUGE

Nur Mitarbeiter, die zum Dienst erscheinen, sind produktive Mitarbeiter. Arbeitsausfälle aufgrund von Krankheiten sind für Unternehmen extrem kostspielig. Besonders psychische Erkrankungen können dabei eine starke Belastung für Mitarbeiter und Unternehmen sein. Und es wird nicht besser: wie die Zahlen der Krankenkassen belegen, steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen stetig an. Wie Sport & Fitness bei der Vorbeuge unterstützen kann, erfahren Sie hier.

Zahl der Krankmeldungen aufgrund psychischer Erkrankungen steigt deutlich

Neben Erkältungen und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems verursachten psychische Erkrankungen laut Analyse der Krankenkassen im Jahr 2017 die meisten Fehltage von Arbeitnehmern.1

Basierend auf den ICD-10-Diagnosezahlen der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wie sie von der DAK zurückgemeldet wurden, ist bei Männern die Zahl der Erkrankungen an Krankheiten des Atmungssystems zwischen 2009 und 2017 von 18 % auf 14,4 % rückläufig. Der Anteil der Muskel-Skelett-Systemerkrankungen, die Ursache für eine Krankmeldung waren, nahm von 22,6 % auf 24,1 % zu. Wesentlich stärker stieg die Zahl der Krankmeldungen aufgrund psychischer Krankheiten. Sie legte mit 4,8 % am deutlichsten zu und stieg von 8,8 % auf 13,6 %.

Bei Frauen sank im gleichen Zeitraum die Zahl der Erkrankungen an Krankheiten des Atmungssystems von 20,3 % auf 16,3 %. Der Anteil an Muskel-Skelett-Systemerkrankungen stieg im gleichen Zeitraum von 18,5 % auf 19,5 %. Die Quote der Krankmeldungen aufgrund psychischer Krankheiten legte rapide um 6,6 % zu und beläuft sich statt ehemals auf 13,2 % nun bereits auf 19,8 %.

Psychische Erkrankungen 2017 zweithäufigster Krankheitsgrund

Unabhängig von den Geschlechtern sind die Zahlen im Gesamtvergleich für die Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zwischen 2011 und 2017 in etwa gleich geblieben und nur von 21,3 % auf 21,8 % gestiegen. Der Anteil der Krankmeldungen aufgrund von Erkrankungen der Atemwege sank aber von 16,1 % auf 15,4 %. Seit 2017 sind psychische Erkrankungen die zweithäufigste Krankheitsursache. Der Anteil der Krankmeldungen, die durch psychische Erkrankungen verursachte wurden, stieg seit 2011 von 13,4 % auf 16,4 %.

Vergleichbare Zahlen meldet die Techniker Krankenkasse in ihrem aktuellen Jahresbericht. Auch sie beschreibt einen kontinuierlichen und deutlichen „Trend“ zu psychischen Erkrankungen, die zu Krankmeldungen von Beschäftigten führen.2

Anteil DC-IM Diagnosen bei Krankmeldungen nach Geschlechtern (TK)

Frauen

  • Erkrankungen des Bewegungsapparats/Muskel-Skelett-Systems 14,8 %
  • Psychische Erkrankungen 40,8 %
  • Erkrankungen der Atemwege 41,5 %

Männer

  • Erkrankungen des Bewegungsapparats/Muskel-Skelett-Systems 15,5 %
  • Erkrankungen der Atemwege 32,4 %
  • Psychische Erkrankungen 44,3 %

Überdurchschnittlich lange Krankschreibungszeiten

Psychische Erkrankungen führen zu überdurchschnittlich langen Abwesenheiten vom Arbeitsplatz. Die Techniker Krankenkasse errechnet für Frauen, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, eine durchschnittliche Fehlzeit von 40,8 Tagen, bei Männern für 44,3 Tage. Die DAK ermittelt im Schnitt eine Abwesenheit von 38 Tagen. Im Durchschnitt waren Arbeitnehmer im Jahr 2017 15,1 Tage im Jahr krankgemeldet.

Psychische Krankheiten werden zu einem immer stärker wachsenden Kostenfaktor. Der Ausfall an Bruttowertschöpfung infolge von Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen stieg zwischen 2008 von 7 Milliarden auf 13,1 Milliarden Euro im Jahr 2014. 3 Das waren 13,1 % der Gesamtkrankheitskosten in Höhe von 338,2 Milliarden Euro. Nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit 46,4 Milliarden Euro und einem Anteil von 13,7 % noch kostspieliger. Frühberentungen sind in der Mehrzahl die Folge psychischer Erkrankungen.

Wie können Arbeitgeber dem Trend zu psychischen Erkrankungen entgegenwirken?

Den Grund für die Zunahme psychischer Erkrankungen sehen Experten zum einen darin, dass der Stress im Arbeitsalltag zunehme, zum anderen bestehe heute eine höhere Sensibilität für psychische Probleme. Was früher noch als Herz-Kreislauferkrankung, Magengeschwür oder Migräne diagnostiziert wurde, könnte aus heutiger Sicht eine Spätfolge einer psychischen Erkrankungen gewesen sein, die heute bereits als solche diagnostiziert würde.

Achtung: Auch Rückenschmerzen können Folgen von Stress sein

Arbeitgebern wird daher empfohlen, mögliche psychische Belastungen bei ihren Mitarbeitern zu hinterfragen. Wirkt ein Mitarbeiter verunsichert, reagiert schnell gereizt und ungeduldig, äußert er Ängste oder sinkt seine Leistung auffällig ab? Wird ein physisches Problem mitgeteilt oder ist ein Krankheitssymptom bemerkbar, ist zu bedenken, ob dieses auch psychosomatische Ursachen haben könnte.

Aufmerksames Miteinander

Viele Arbeitnehmer sind mit hohen sozialen Belastungen konfrontiert, die sowohl den Umgang mit Kunden als auch mit ihren Kollegen und Vorgesetzten betreffen. Ein gezieltes und fachmännisches Konfliktmanagement und andere Kooperations- und Unterstützungsstrukturen können hier die Ursachen von Stress am Arbeitsplatz aufdecken und durch Mediation oder adäquates Gesundheitsmanagement Lösungsmöglichkeiten anbieten.

Fitness wirkt positiv auf die Psyche

Noch bevor sich ein Konflikt verhärtet und eine Stresssituation verschärft, kann Fitness am Arbeitsplatz helfen, Arbeitnehmer mit einem gesunden und belastbaren Nervenkostüm zu versehen, das ihre Resilienz stärkt.

Verschiedene wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass körperliche Aktivität sich positiv auf die psychische Gesundheit auswirkt. Chanudda Nabkasorn et al. von der Wakayama Medical University in Japan zeigten, dass regelmäßige körperliche Betätigung bei depressiven Personen deren Befindlichkeit positiv beeinflusste.4 Ihre Untersuchung wies unter anderem nach, dass die regelmäßige Jogging-Übung einer Gruppe Frauen, die an einer Depression litt, deren hormonelle Reaktion auf Stress verbesserte. Auch Dunn et al. vom Cooper Institute in Dallas kamen zu dem Ergebnis, dass bei Depressionen und Angstzuständen körperliche Aktivität in der Lage ist, die Symptome zu reduzieren.

Fazit

Gesundheitsförder- und Fitnessprogramme können dabei helfen, Krankmeldungen zu verringern und Ihre Mitarbeiter physisch und seelisch zu stärken. Dem Interesse ihrer Mitarbeiter dürfen sich Unternehmen dabei gewiss sein. 2013 befragte TNS Infratest Arbeitnehmer nach Maßnahmen, die sie im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements begrüßen würden. 30 % der Befragten bezeichneten Sportangebote als „sehr sinnvoll“ weitere 54 % als „sinnvoll“5


Quellen:

  1. Marschall, Jörg et al.: DAK-Gesundheitsreport 2018, Hamburg: DAK-Gesundheit 2018, S. 19 ↩︎
  2. Grobe, Thomas et al.: Gesundheitsreport 2018, Hamburg: Techniker Krankenkasse 2018, S. 3 ↩︎
  3. Statistisches Bundesamt (Hg.): Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen die höchsten Kosten, 29.09.2017, URL: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/09/PD17_347_236.html, abgerufen am 24.10.2018 ↩︎
  4. Nabkaskorn, Chanudda: Effects of physical exercise on depression, neuroendocrine stress hormones and physiological fitness in adolescent females with depressive symptoms, in European Journal of Public Health, 2 (2006), S. 179-184 ↩︎
  5. Continental Krankenversicherung a.G. (Hg.): Betriebliches Gesundheitsmanagement aus Sicht der Arbeitnehmer – was wird geboten, gewünscht und genutzt, Dortmund 2013, S. 14 ↩︎

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