DIE FLUKTUATIONSRATE IM BRANCHENVERGLEICH

Bei der Analyse der Fluktuationsrate eines Unternehmens sind immer die aktuellen Vergleichswerte der Branche zu berücksichtigen. Nur so können Erklärungen für die eigenen Quoten gefunden und adäquate Maßnahmen ergriffen werden. Wie Sie für Ihr eigenes Unternehmen die Fluktuationsrate berechnen, erklären wir hier: Berechnung der Fluktuationsrate

Welche Branchen haben die höchsten Fluktuationsraten?

In Deutschland hat sich die durchschnittliche Fluktuationsrate laut Bericht der Bundesagentur für Arbeit von Juli 2018 von 31,6 % in 2016 auf 32,8 % für 2017 erhöht. Einige Wirtschaftsbereiche zeigen Werte weit über, andere deutlich unter dem Durchschnitt.

Spitzenreiter im Fluktuationsvergleich der Branchen sind:

  • Arbeitnehmerüberlassung 126,3 %
  • Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 76,3 %
  • Gastgewerbe von 68,9 %
  • Information und Kommunikation mit 67,4 %

Die niedrigsten Fluktuationsraten verzeichnen:

  • Öffentliche Verwaltung und Verteidigung, Sozialwesen 13,4 %
  • Metall- und Elektroindustrie 17,0%
  • Bergbau, Energie- und Wasserversorgung 17,4 %

Aktuellste Zahlen der dem American Productivity & Quality Center (APQC) angeschlossenen Unternehmen von 2016 zeigen ein ähnliches Bild. Die APQC-Studie ermittelt eine durchschnittliche Fluktuationsrate von 16 %. Die ermittelten Fluktuationsrate für die Luft- und Raumfahrtindustrie mit 11,9 % und der Automotive-Branche mit 12 % liegt deutlich unter, die Fluktuationsrate in der Telekommunikationsbranche mit 18 % über dem Durchschnitt.

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Gründe unterschiedlich hoher Fluktuation in verschiedenen Branchen

Kontinuierliche vs. stark schwankende Auftragslage

Eine Branche wie die Luft- und Raumfahrtindustrie, die sich stark aus staatlichen Mitteln finanziert, ist anders als die Telekommunikationsbranche, die direkt vom Konsumverhalten der Verbraucher abhängig ist, weniger den Schwankungen der wirtschaftlichen Konjunktur unterworfen. Damit erklärt sich zugleich die extrem niedrige Fluktuationsrate für die öffentliche Verwaltung mit ihrem hohen Beamtenanteil.

Saisonal wechselnder Personalbedarf

Eine dauerhafte Beschäftigung in der Arbeitnehmerüberlassung ist praktisch nur dann möglich, wenn der Arbeitnehmer nach Ablauf eines befristeten Zeitvertrags im selben Jahr eine weitere Tätigkeit aufnimmt. Die Fluktuationsrate in Deutschland spiegelt das mit 126,3 % für 2017.

Eine stark schwankende Nachfrage – gerade in saisonabhängigen Branchen wie in der Landwirtschaft oder dem Gastgewerbe – führen ebenfalls zu hohen Fluktuationsraten.

Helfer-Fluktuation höher als Fluktuation bei Fachkräften oder Spezialisten

In der Telekommunikationsbranche, wo sehr viele Beschäftigte in Callcentern arbeiten, sind geeignete Arbeitskräfte mit der erforderlichen Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt in großer Zahl verfügbar.

Betriebe neigen tendenziell dazu, Mitarbeiter zu halten, um nicht unter hohem Aufwand Neuakquise betreiben und Einarbeitung finanzieren zu müssen. Ein Arbeitgeber kann sich aber leichter von einem Arbeitnehmer trennen, für den er schnell einen passenden Ersatz findet.

Fehlende Aufstiegschancen begünstigen Austauschbarkeit von Arbeitgebern

In einer Branche in der höhere Abschlüsse Voraussetzung für eine Beschäftigung sind, stark spezifische Software eingesetzt wird und sich durch Erfahrungswerte innerhalb eines Unternehmens Aufstiegschancen ergeben, ist es weniger wahrscheinlich, dass ein Arbeitnehmer das Unternehmen verlässt. Weil spezialisierte Fachkräfte schwierig zu ersetzen sind, haben sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer in diesem Fall ein starkes beidseitiges Interesse an einem dauerhaft bestehenden Arbeitsverhältnis.

Arbeitnehmer, die kaum Möglichkeiten für den beruflichen Aufstieg vorfinden, sind weniger motiviert, ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis einzugehen.

Branchenübergreifende Einflussfaktoren auf die Fluktuation

Konjunktur und allgemeine Situation auf dem Arbeitsmarkt

Ist die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch, gehen Arbeitnehmer das Risiko eines Jobwechsels eher ein. Eine niedrige Arbeitslosenquote geht allgemein mit einer höheren Fluktuationsrate einher.

Geografische Faktoren

In Ballungsräumen und Großstädten mit einem hohen Beschäftigtenanteil im Dienstleistungsbereich ist die Fluktuation ebenfalls höher. Bei einem hohen Angebot an passenden Stellen mit vergleichbaren Qualifikationsanforderungen können Arbeitnehmer die Arbeit wechseln, ohne dass ein Wohnortwechsel notwendig wird.

Demografische Veränderungen

Neben der Branche hat auch die Demografie Einfluss auf die Fluktuationszahlen. So sorgt die Rente mit 67 dafür, dass sich die Zahl der Älteren erhöht, die einem Betrieb während der letzten Jahre ihrer Beschäftigung zugehörig bleiben.

Die Fluktuationsquote einer Branche kann sich schnell verändern, wenn eine Pensionierungswelle ansteht und viele Mitarbeiter aus Altersgründen in den Ruhestand gehen.

Fazit

Lohnen sich die Erfahrung eines Arbeitnehmers und die langfristige Zugehörigkeit zu einem Unternehmen, bietet der Arbeitgeber ein sicheres Gehalt, attraktive Aufstiegschancen und Flexibilität, kann sich das positiv auf die Fluktuationszahlen im Unternehmen auswirken.

Eine hohe oder niedrige Fluktuationsrate ist aber auch in Abhängigkeit von den für die Branche geltenden strukturellen und unternehmensübergreifenden Faktoren zu sehen, die sich nicht allein durch betriebsinterne Maßnahmen verändern lassen.

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