SO VERMEIDEN SIE PRÄSENTISMUS AM ARBEITSPLATZ

Ein Mitarbeiter ist krank und kommt zur Arbeit, anstatt sich beim Arzt vorzustellen und eine Krankschreibung einzureichen?

Anstelle der Absenz, also des Fehlens vom Arbeitsplatz, sorgt hier die Präsenz des Arbeitnehmers für Probleme im betrieblichen Umfeld, die die Gesundheit und Leistung des Einzelnen und des Teams unmittelbar betreffen. Die Arbeits- und Gesundheitswissenschaften beschreiben das Phänomen als Präsentismus. Studien zeigen, dass kranke Mitarbeiter, die entgegen jeder Vernunft oder sogar des ärztlichen Rates zur Arbeit gehen, für die Gesundheit im Unternehmen und für sich selbst ein nicht zu unterschätzendes Risiko darstellen.

Kranke, die zur Arbeit gehen, verursachen höhere Kosten als Kranke, die zu Hause bleiben

Gerade in Großraumbüros können grippekranke Mitarbeiter Erkältungswellen auslösen, was einschneidende Auswirkungen auf die Gesamtproduktivität hat.

Jeder Kranke mindert die Leistung des Teams. Denn wer krank ist, kann nicht die volle Leistung bringen. Wer sich nicht fit fühlt, ist fehleranfällig. Das schwächt die Produktivität unmittelbar. Wird dem Körper keine Ruhe zu Genesung gegeben, können Krankheiten außerdem deutlich länger andauern und die Ausfallzeiten am Ende umso länger werden. 

Wie hoch die betriebswirtschaftlichen Kosten sind, ist in einem „Review zum Stand der Forschung“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin anhand einzelner Studien und Metadatenanalysen dokumentiert. Gesundheitliche Beschwerden, die Mitarbeiter mit zur Arbeit bringen, sorgen für ein Vielfaches der Produktivitätseinbußen, die Kranke verursachen, die der Arbeit fernbleiben.

Gesunde Mitarbeiter sind ein wichtiges Gut. Das Thema Gesundheit sollte deshalb stets im Fokus stehen. Um Präsentismus wirkungsvoll zu bekämpfen, müssen Sie dem Problem an seiner Ursache begegnen.

3 Wirkungsvolle Tipps gegen Präsentismus

Mitarbeiter, die krank zur Arbeit kommen, haben dafür Gründe. Durch ihre Anwesenheit wollen sie zeigen, dass sie sich für ihre Aufgaben verantwortlich fühlen. Sie möchten ihre Kollegen nicht enttäuschen oder mit Mehrarbeit belasten und sich vielleicht auch nicht die Gelegenheit entgehen lassen, eine wichtige Aufgabe, für deren Vorbereitung sie viel Zeit investiert zu haben, selbst zu Ende zu bringen.

Unter Umständen befürchten sie, verlorene Zeit für ein Projekt nicht wieder einholen zu können oder haben den Eindruck, sie hätten bereits zu oft oder zu lange gefehlt, schämen sich oder befürchten bei erneuter Abwesenheit eine Entlassung – insbesondere, wenn sie sich noch in einer Probezeit oder einem befristeten Arbeitsvertrag befinden. Um solche Ängste erst gar nicht entstehen zu lassen, sollten Sie frühzeitig gegen Präsentismus vorgehen. 

1. Stärken Sie das Gesundheitsbewusstsein Ihrer Mitarbeiter

Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern, dass sie alle diese Gefühle und Bedenken nachempfinden können. Würdigen Sie den Wunsch, die Arbeit wichtig zu nehmen. Sie sollten aber zugleich auch aufzeigen, dass es negative Begleiterscheinungen hat und sich schädigend auf die eigene Person und das Unternehmen auswirken kann, wenn ein Mitglied Ihres Teams trotz Krankheit zum Dienst erscheint.

Machen Sie durch die Gestaltung Ihrer Arbeitsverträge deutlich, dass Ihre Angestellten nicht befürchten müssen, krankheitsbedingtes Fehlen könnte zur Auflösung eines Vertrags führen.

Mit vorgeschriebene Pflichtpausen schaffen Sie Bewusstsein dafür, dass Ihnen eine ausgewogene Balance zwischen Belastung und Entspannung wichtig ist.

2. Sanktionieren Sie nicht das Fehlen, sondern das Erscheinen bei Krankheit

Schicken Sie Mitarbeiter, die krank zur Arbeit erscheinen oder über zu viel Belastung klagen, der sie aus gesundheitlichen Gründen nicht gewachsen sind, nach Hause.

Ordnen Sie das Fehlen wegen Krankheit positiv ein und machen Sie deutlich, dass Sie organisatorisch in der Lage sind, Ausfälle wegen Krankheit jederzeit in Ihrer Planung zu berücksichtigen.

Klare Zeiten der Erreichbarkeit über Telefon oder E-Mail und ein persönlicher Stellvertreter, der übernimmt, machen klar, dass ein Zustand der Dauerverantwortlichkeit nicht gewünscht ist und auch Zeiten der Abwesenheit zum Alltag gehören.

3. Gehen Sie mit gesundem Beispiel voran

Sorgen Sie für die Sichtbarkeit des Themas „Gesund am Arbeitsplatz“. Das gelingt ihnen mit sichtbaren Hinweisen darauf, wie der Bürostuhl oder der Monitor richtig einzustellen sind, einem Gesundheitszirkel oder Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung.

Mit dem Betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements (BEM) unterstützen sie bei länger andauernden Krankheiten Mitarbeiter bei der schrittweisen Wiederaufnahme der Arbeit. Vielleicht haben Sie sogar die Möglichkeit, Beispiele für eine gelungene Wiedereingliederung über interne Kommunikationsmedien – zum Beispiel die Mitarbeiterzeitschrift – gezielt darzustellen.

Fazit

Es liegt in der Verantwortung des Führungspersonals, Mitarbeitern vorzuleben, was es bedeutet, verantwortlich mit der eigenen Gesundheit umzugehen.

Chefs, die krankheitsbedingtes Fehlen bestrafen oder gar selbst krank bei der Arbeit erscheinen, werden ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht. Sie fördern gesundheitsschädigendes Verhalten. Ihre Sensibilisierung für den gesundheitsbewussten Umgang mit dem eigenen Körper ist daher eine Grundvoraussetzung, um den Wert und Vorrang einer gesunden Work-Life-Balance innerhalb der Unternehmenskultur zu transportieren.

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