Recruiting in Krisenzeiten: Warum Sie weiter einstellen sollten

Das Corona-Jahr 2020 war in vielerlei Hinsicht anders. Das gilt auch für den Bewerbermarkt. Immer mehr Unternehmen pausieren ihre Recruiting-Maßnahmen aufgrund der Krise. Das belegen auch aktuelle Zahlen: Eine von dem Online-Magazin Human Ressource Manager veröffentlichte Statistik vergleicht die Zahlen der Bewerbungen, Einstellungen und Job-Postings des Jahres 2020 im Vergleich zum Vorjahr. Deutlich wird hier beispielsweise, dass die Job-Postings von Unternehmen abnehmen, ebenso wie die Einstellungen. Bewerbungen nehmen hingegen zu. Was die Zahlen hier also zeigen ist vor allem, dass sich Unternehmen vom Bewerbermarkt zurückziehen. Dafür gibt es viele verschiedene Gründe.

Unternehmen ziehen sich in Corona-Zeiten vom Stellenmarkt zurück – aber warum?

Für viele Unternehmen ist die aktuelle Corona-Krise eine mehr als herausfordernde Situation. Die meisten fürchten um existenzbedrohende Umsatzeinbrüche und unsichere Zukunftsaussichten. Aus diesem Grunde stoppen Unternehmen während dieser schwierigen Zeit oft vermeidbar weniger wichtige Ausgaben wie Werbung oder Weiterbildungsmaßnahmen. Zu diesen Maßnahmen zählen in der Regel auch Recruiting-Aktivitäten. Viele Unternehmen stellen ihre Aktivitäten in diesem Bereich in der Corona-Krise vollständig ein. Doch warum eigentlich?

Recruiting wird als unwichtig erachtet

Viele Unternehmen stellen ihre Recruiting-Maßnahmen deshalb frühzeitig ein, weil sie diese als nicht-essentiell betrachten, vor allem nicht im Vergleich zu laufenden Aktivitäten im Betriebsablauf, wie etwa das Management der bestehenden Mitarbeiter und Projekte.

Rechtliche und ethische Gründe

Ein weiterer Grund für das Aussetzen von Recruiting-Maßnahmen ist, dass Unternehmen in der Krise oft bestehende Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt haben. Während dieser Zeit können Unternehmen schließlich keine neuen Mitarbeiter einstellen, weil dies dem Teambuildung schaden könnte und wichtige Auflagen der Agentur für Arbeit nicht mehr gegeben wären. Da Neueinstellungen in diesen Fällen nicht möglich sind, stellen Unternehmen oft auch gleich ihre Recruiting-Aktivitäten ein.

Recruiting kostet zu viel

Vielen Unternehmen geht es jedoch auch einfach ums Einsparen von Kosten: In Corona-Zeiten geht es für viele darum, Ausgaben zu reduzieren, um liquide zu bleiben und durchhalten zu können. Gerade hohe Kostenpunkte wie externe Headhunter, gesponserte Stellenanzeigen und zeitintensive Bewerbungsgespräche fallen hier hinten herunter.

Mythos: Recruiting in der Krise ist Zeitverschwendung

Des Weiteren gehen viele Unternehmen davon aus, dass begehrte Talente ihren aktuellen Arbeitgeber in Krisenzeiten aus Risikogründen ohnehin nicht verlassen würden – und sich deshalb nur weniger qualifizierte Bewerber am freien Markt aufhalten würden. Recruiting-Aktivitäten seien deshalb in Krisenzeiten ohnehin eher Zeitverschwendung, so die Meinung vieler Unternehmen.

Weshalb Unternehmen ihre Recruiting-Maßnahmen und Einstellungen trotz Corona nicht aussetzen sollen

Obwohl das Aussetzen der Recruiting-Aktivitäten wegen dieser und vieler weiterer Gründe zunächst sinnvoll erscheinen kann, kann es für Unternehmen auch große Risiken bergen, den Kontakt zu potenziellen Bewerbern zu verlieren. Aus folgenden Gründen kann es sich lohnen, auch in Corona-Zeiten in das Anwerben, Rekrutieren und Einstellen von neuen Talenten zu investieren.

Vorsorge ist besser als Nachsicht: Antizyklisches Handeln bringt Vorteile

Fakt ist: Viele Unternehmen leiden darunter, nicht ausreichend passend qualifizierte Talente als Bewerber zu haben – dies wird aller Voraussicht nach auch nach Corona ein weit verbreitetes Problem bleiben. Sollte sich die Wirtschaft nach der Krise erholen, ist daher mit einem Andrang auf die Talente am Markt zu rechnen, bei dem Arbeitgeber um begehrte Bewerber umso härter kämpfen müssen. Antizyklisches Handeln kann also einen Vorteil bringen: Wer jetzt bereits während der Krise rekrutiert, also zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten Unternehmen nicht rekrutieren, der kann einen wichtigen Vorsprung gegenüber anderen Arbeitgebern gewinnen.

Corona bringt große Talente an den freien Markt

Und noch einen wesentlichen Vorteil hat das Rekrutieren während der Krise: Dass lediglich mittelmäßige Talente während Corona auf den Markt gespült werden, ist zwar eine weit verbreitete, aber falsche Annahme: Nicht nur muss oft auch großartigen Mitarbeitern gekündigt werden. Vor allem hochqualifizierte Arbeitskräfte nutzen die Krise auch oft ganz bewusst für eine berufliche Neuorientierung und das Hinterfragen ihres aktuellen Karrierewegs. Schaffen es Unternehmen, diese Arbeitskräfte während der Krise gezielt und erfolgreich anzusprechen, können sie wertvolle Gewinne für ihr Team machen.

Die Zeit im Blick haben

Doch auch aus Zeitgründen macht ein Fortführen der Recruiting-Aktivitäten während der Krise Sinn: Schließlich dauert es vom ersten Kontakt mit einem Bewerber bis zur Einstellung oft mehrere Monate – erst recht, wenn ausgiebig verhandelt werden muss. Auch wenn sich Unternehmen aktuell also in einer wirtschaftlich schwierigen Situation befinden, ist es wichtig, frühzeitig mit dem Einstellen neuer Mitarbeiter wieder zu beginnen, damit die benötigten neuen Mitarbeiter an Bord sind, wenn es wieder bergauf geht.

Recruiting bedeutet mehr als die Einstellung von Mitarbeitern

Aber auch ein Perspektivwechsel auf das Thema Recruiting kann helfen: Schließlich fahren viele Unternehmen ihre Recruiting-Aktivitäten deshalb herunter, weil sie ohnehin nicht einstellen können. Dabei umfassen Recruiting-Maßnahmen eine Vielzahl von Aufgaben, die nicht zwangsläufig auf eine konkrete Einstellung abzielen, etwa Employer Branding und Werbung. Diese Aktivitäten auszusetzen, kann bedeuten, dass das Unternehmen aus dem Bewusstsein der Bewerber verschwindet und es dann umso schwieriger wird, nach der Krise wieder ein gestärktes Standing zu etablieren.

Was können Unternehmen in Zeiten von Corona für ihr Recruiting tun?

Gerade der letzte Punkt sollte Unternehmen aufhorchen lassen: Schließlich gibt es im Bereich Recruiting auch in Corona-Zeiten viel zu tun, von dem Unternehmen später profitieren können. Einige der Aufgaben, denen Unternehmen hier nachkommen können, sind die folgenden.

Personalplanung und -priorisierung: Alles aufschieben geht nicht

Als erster Schritt sollte eine ausführliche Personalplanung und eine Priorisierung der geplanten Neueinstellungen vorgenommen werden. Denn einerseits sind wahrscheinlich nicht alle der vorgesehenen Neueinstellungen notwendig, andererseits können jedoch auch nicht alle der geplanten neuen Einstellungen verschoben werden. Dies würde schließlich dem Teambuilding schaden, da so das bestehende Personal unter dem entsprechenden Workload leiden würde. Hier gilt es, sorgfältig zu entscheiden, welche Positionen dringend besetzt werden sollten.

Befüllung der Pipeline: Kommunikation und Transparenz sinf wichtig

Personaler  kennen das Problem: Eine trockene Bewerber-Pipeline ist wohl eine der größten Herausforderungen für Unternehmen. Der Kontakt mit dem Bewerbermarkt muss daher dauerhaft gepflegt werden, damit wertvolle Beziehungen zu hochwertigen Talenten aufrechterhalten werden können. Aus diesem Grund sollten Stellenanzeigen für wichtige, zu besetzende Schlüsselfunktionen weiterhin geschaltet und auch weiterhin mit Bewerbern kommuniziert werden. Ist eine Einstellung aktuell nicht möglich, sollten Unternehmen dies transparent vermitteln und dem Bewerber beschreiben, wie der Prozess nun weiter verlaufen wird.

Forcieren des Employer Brandings: Stärkung der Präsenz am Bewerbermarkt und wichtiger Teil der eigenen Teambuilding Maßnahmen

Das Vorantreiben des Employer Brandings, also das Stärken des Arbeitgeber-Images eines Unternehmens gegenüber potenziellen Arbeitskräften, ist eine wichtige Aktivität, die während der Krise aufrechterhalten werden sollte. Dies sorgt dafür, dass die Bewerber das Unternehmen “auf dem Schirm haben” und nicht aus den Augen verlieren. Dazu können etwa Informationen für Bewerber aktualisiert und neu aufbereitet werden. Eine Möglichkeit ist es auch, Bewerbern nun gezielt zu kommunizieren, wie das Unternehmen mit Corona umgeht und welche Maßnahmen zum Schutz des Teams getroffen werden. Übrigens: Employer Branding kann auch zu den eigenen Teambuilding Maßnahmen gezählt werden. Durch das positive Bild des Unternehmens in der Öffentlichkeit wird der Zusammenhalt und das Teambuilding in der bestehenden Mitarbeiterschaft gestärkt.

Zeit sinnvoll nutzen: Prozessoptimierung und virtuelles Einstellen

Auch wenn Corona für viele Unternehmen eine der schwerwiegendsten Herausforderungen darstellt, so bietet die Krise doch auch wertvolle Chancen: So können eingestaubte Prozesse, auch im Bereich Recruiting und Bewerbermanagement, aktualisiert werden. Modelle eines virtuellen Bewerbungsprozesses können eingerichtet oder optimiert werden. Hiervon profitieren Unternehmen nicht nur langfristig selbst, sondern können auch bei Bewerbern einen positiven Eindruck hinterlassen.

Fazit: Recruiting-Aktivitäten sind essentiell – auch in der Krise

Dass Recruiting-Aktivitäten in der Krise oft als erstes ausgesetzt werden, stellt in der aktuellen Corona-Situation ein weit verbreitetes Phänomen dar, das allerdings große Gefahren für Unternehmen bedeuten kann. Den dauerhaften Kontakt zum Bewerbermarkt zu halten und den “guten Draht” zu wichtigen Talenten nicht zu verlieren, ist schließlich wichtig, vor allem für die Zeit nach der Krise. Langfristiges Denken und Handeln lohnt sich hier – trotz (oder vor allem) in Krisenzeiten.

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